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ARTIKEL | Effekt von Alkohol auf den Blutdruck

Je mehr Alkohol Menschen pro Woche trinken, desto mehr steigt ihr Blutdruck, legen Daten aus Dänemark nahe. Ob es dabei auch auf die Art des Alkohols ankommt, wurde ebenfalls untersucht.

In der Studie wurde bei mehr als 100.000 Teilnehmern im Alter von 20 bis 100 Jahren in Dänemark der Alkoholkonsum mittels Fragebogen ermittelt. Es zeigte sich, dass sowohl der systolische als auch der diastolische Blutdruck mit der Menge des regelmäßig konsumierten Alkohols anstieg. Dies betraf alle alkoholischen Getränke wie Weißwein, Rotwein, Bier und Spirituosen in gleicher Weise.

Den wöchentlichen Alkoholkonsum erfassten die Forschenden in „Drinks“, wobei ein Drink als 12 Gramm Alkohol definiert war. Das sind etwa ein achtel Liter Wein oder ein kleines Glas Bier. Die Wissenschaftler unterschieden die Kategorien Rotwein, Weißwein, Bier, Hochprozentiges und Dessertweine.

Der Blutdruck der Teilnehmenden wurde mit einem digitalen Messgerät gemessen. Die Forschenden untersuchten Assoziationen zwischen dem wöchentlichen Alkoholkonsum und dem Blutdruck und adjustierten die Ergebnisse auf Störfaktoren.

Signifikante Dosis-Wirkungs-Beziehung

Alkohol als Gesellschaftsdroge: Nur 8 % der Teilnehmenden waren abstinent. Männer tranken mehr als Frauen. Fast 74% der Teilnehmenden tranken mehr als eine Art von Alkohol. Rund 13% konsumierten nur Rotwein, 5% nur Bier, 2% ausschließlich Weißwein und 1% nur Spirituosen oder Dessertwein. Die Analyse ergab eine signifikante Dosis-Wirkungs-Beziehung zwischen Getränkeanzahl pro Woche und dem systolischen (SBP) und diastolischen Blutdruck (DBP).

Die nicht adjustierten Blutdruckunterschiede zwischen Personen mit hohem (> 35 Getränke/Woche) und niedrigem (1–2 Getränke/Woche) Alkoholkonsum betrugen 11 mmHg systolisch und 7 mmHg diastolisch. Insgesamt stieg der SBP um 0,15–0,17 mmHg und der DBP um 0,08–0,15 mmHg für jedes Getränk pro Woche. Nach der Stratifizierung nach Geschlecht und Alter waren die Effekte bei Frauen und bei Personen unter 60 Jahren etwas größer.

Mehrere mögliche Ursachen für den Effekt

Alkoholkonsum geht mit einem hochsignifikanten Anstieg von SPB und DBP einher“, so Prof. Gorm Boje Jensen vom Universitätsklinikum in Kopenhagen. Der Effekt sei bei Rotwein, Weißwein, Bier und Spirituosen ähnlich, was darauf hinweise, dass Ethanol selbst die Ursache sei. Seine hypertensive Wirkung könnte durch Entzündungen und Endothelschäden oder sogar Entzugserscheinungen bedingt sein, vermuten die Forschenden.

Um den Blutdruck zu senken, nützt es demnach nichts, auf eine andere Sorte Alkohol umzusteigen. Den Konsum zu reduzieren, scheint sinnvoller: Bei maximal einem alkoholischen Getränk pro Tag zeigte sich kein Effekt auf den Blutdruck.

Quelle:

Jensen GB et al. Am J Med. 2024;137(9):857-864.e4. doi: 10.1016/j.amjmed.2024.05.001.

 

– Dr. Lal Pirouzmandi –

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